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Umsatzsteuer bei Apotheken: Die Notdienstpauschale

Donnerstag, 10. April 2014 08:10

Apotheke, Apotheker, Arzneimittel - © Kadmy - Fotolia.comNotdienste erfreuen sich bei Apothekern nicht gerade besonderer Beliebtheit, auch weil die Anzahl der abzuleistenden Notdienste unter den Apotheken ungleich verteilt ist. Denn Apotheker in ländlichen Gegenden müssen in der Regel deutlich häufiger Nachtwache schieben als ihre Kollegen in Ballungszentren.

Zudem erhielten Apotheker für die schlaflose Nachtschicht von 20:00 bis 6:00 bislag nur eine magere Entschädigung über die Notdienstgebühr von 2,50 Euro. Deshalb hat der Gesetzgeber mit Wirkung zum 1.8.13 einen zusätzlichen finanziellen Anreiz für Notdienste in Form einer Notdienstpauschale von 200 -250 Euro geschaffen.

Finanziert wird die vom Deutschen Apothekerverband verwaltete Notdienstpauschale über die Anhebung des Honorars für verschreibungspflichtige Rx-Medikamente um 16 Cent. Das zusätzliche Honorar wird jedoch nicht an die Apotheken ausgezahlt, sondern direkt an den Fonds für Notfalldienste bei dem Apothekerverband weitergeleitet. Somit handelt es sich letztendlich um ein umlagefinanziertes Verfahren, in das alle Apotheken durch den Verkauf von RX-Packungen einzahlen.

Dabei war bislang jedoch unklar, ob Apotheker für erhaltene Notdienstpauschalen Umsatzsteuer abführen müssen.

Das bayrische Landesamt für Steuern gibt jedoch Entwarnung. Die Notdienstpauschale nach dem Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz (ANSG) unterliegt als echter Zuschuss nicht der Umsatzsteuer.Der nicht an Apotheker ausgezahlte Festzuschlag von 16 Cent pro RX-Packung ist jedoch umsatzsteuerpflichtig.

Hinweis: Weitere Informationen rund um das Thema Apotheker und Steuern haben wir in unserem Branchenspecial zusammen gestellt, das Sie hier aufrufen können.

Quellen: DAV, ABDA, BayLfSt
Autor: Steuerberater Torsten Hecker

 

 

 

Zuletzt aktualisiert: Montag, 11. Januar 2016 22:21