Geldwerter Vorteil bei Standby Flügen

Flughafen Check In

Luftfahrtunternehmen gewähren Ihren Mitarbeitern oft verbilligte oder unentgeltliche Flüge für private Zwecke. Der hierdurch gewährte Vorteil muss jedoch versteuert werden.

Jedoch zu welchem Wert? Ein Ansatz zum normalen Ticketpreis scheidet oftmals aus, da es sich zumeist um Tickets handelt, die nicht regulär im Verkauf landen.

So steht bspw. bei den üblicherweise an Mitarbeitern vergebenen Standby-Tickets erst nach Abschluss des Check in fest, ob überhaupt noch ein Platz Sie frei ist.

Daher dürfen Luftfahrtunternehmen verbilligte oder unentgeltliche private Mitarbeiterflüge in der Regel nach sogenannten Durchschnittswerten versteuern. Bei diesem Verfahren wird so jeder Flug pauschal je Flugkilometer bewertet. Für die Jahre 2016-2018 gelten dabei folgende Durchschnittswerte:

  1. Wenn keine Beschränkungen im Reservierungsstatus bestehen
    - bis 4.000 km : 0,046 Euro je Flugkilometer
    - 4.000-12000 km: zwischen 0,0345 Euro und 0,046 Euro je Flugkilometer
    - mehr als 12.000km: 0,0345 Euro je Flugkilometer

  2. Bei Beschränkungen des Reservierungsstatus mit dem Vermerk „space available" sind 60% des unter I. ermittelten Wertes anzusetzen

  3. Bei anderweitigen Beschränkungen des Reservierungsstatus OHNE Vermerk „space available" sind 80% des unter I. ermittelten Wertes anzusetzen


Ein vom Mitarbeiter bezahltes Entgelt für den Flug ist von dem so berechneten Wert abzuziehen.

Beispiel: Der Arbeitnehmer erhält einen verbilligten Flug Köln - Barcelona und retour zum Preis von 25 Euro. Das Ticket trägt den Vermerk "space available". Die Flugstrecke beträgt insgesamt 2762 km. Der Wert des Fluges beträgt: 60% * 0,046 Euro/km *2762 km = 76,23 Euro

Abzüglich des vom Mitarbeiter gezahlten Entgeltes sind somit 51,23 Euro als Sachbezug zu versteuern.

Autor: T. Hecker
Quelle: BMF