Prüfung nach Verpackungsverordnung

Mit Inkrafttreten der 5. Novelle der Verpackungsverordnung wurden die Regelungen für die Verpackungsentsorgung grundlegend verändert. Denn Erstinverkehrbringer von Verpackungen, die typischerweise beim privaten Verbraucher anfallen, sind seitdem verpflichtet, sich an einem dualen System oder einer Branchenlösung zu beteiligen

Die Vollständigkeitserklärung

Betroffene Unternehmen, müssen dann in einer Vollständigkeitserklärung Rechenschaft über die in den Verkehr gebrachten Verkaufsverpackungen ablegen, wenn Sie einen der folgenden Materialien mehr als den genannten Schwellenwert in Verkehr bringen:

  • Glas: 80.000 Kilogramm,
  • Papier, Pappe , Karton: je 50.000 Kilogramm
  • Aluminium, Weißblech: je 30000 Kilogramm
  • Kunststoffe, Verbunde & sonstige: je 30.000 Kilogramm

Wenn eine Überschreitung vorliegt, sind die in Verkehr gebrachten Verpackungsengen, getrennt nach Materialart und Verpackungsart (b2c duale Systeme, b2c Branchen, b2b) jährlich bis zum 1.5. des Folgejahres mengenmäßig zu melden.

Die Vollständigkeitserklärung bedarf der Prüfung und Bestätigung durch eine berechtigte Person, z.B. durch einen Wirtschaftsprüfer.

Es gilt: Je höher der Stromverbrauch und je geringer die Bruttowertschöpfung des Unternehmens desto höher die mögliche Ersparnis durch die EEG-Ermäßigung.

Was wird geprüft

Geprüft wird schwerpunktmäßig die ordnungsmäßige Meldung der Verkaufsverpackungen nach Menge, Materialart und Gewicht .

Aufbau und Funktionsprüfung

Im ersten Schritt wird geprüft, wie die Daten für die Vollständigkeit ermittelt werden. Dabei geht es um die Frage, wie sichergestellt wird, dass vollständige und korrekte Angaben insbesondere bezüglich der Klassifizierung der Verpackungen, der Gewichtsangaben sowie der Absatzzahlen erhoben werden.

Analytische Prüfungshandlungen

Im Rahmen der analytischen Prüfung werden die gemeldeten Mengen anhand von Auswertungen des Unternehmens verplausibilisiert. Hierfür wird in der Regel die Umsatzentwicklung , Absatzstatistiken oder Produktionsstatistiken herangezogen und mit der Mengenentwicklung abgeglichen.

Einzelfallprüfung

Bei der Einzelfallprüfung wird stichprobenhaft verifiziert, ob die mengenmäßigen Angaben der Verpackungen belegt werden können. Absatzstatistiken können bspw. mit dem Warenwirtschaftssystem abgeglichen und stichprobehaft anhand von Ausgangsrechnungen, Lieferscheinen etc. verifiziert werden.

Die maßgeblichen Stromkosten entsprechen jedoch nicht den tatsächlichen Stromkosten. Vielmehr wird bei der Strommenge auf den durchschnittlichen Verbrauch der letzen 3 Geschäftsjahr abgestellt, beim Strompreis auf einen sogenannten Durchschnittspreis, der nach einer eigens geschaffenen Durchschnittspreisverordnung zu ermitteln ist.

Außerdem wird u.a. überprüft, das die Klassifizierung der Materialien mit deren Produktblättern übereinstimmt. Zudem können die angegebenen Gewichte durch Nachwiegen einzelner Produktverpackungen verprobt werden.

Prüfung nach Verpackungsverordnung durch Hecker + Kollegen

Wir prüfen seit 2009 Vollständigkeitserklärungen auf sachliche Richtigkeit und Plausibilität unter Berücksichtigung der IDW Prüfungshinweise 9.950.3 „Prüfung der Vollständigkeitserklärung für in den Verkehr gebrachte Verkaufsverpackungen.

Darüber hinaus erstellen wir, sofern erforderlich, einen Prüfungsbericht für Ihren Systempartner (DSD/ INTERSEROH / Landbell / Belland/ EKO/ Redual / Veolia / Vfw/ Zentek).

Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt das Testat mittels digitaler Signatur der Vollständigkeitserklärung. Die signierte Vollständigkeitserklärung kann dann zur Erfüllung der gesetzlichen Pflicht auf der Portalseite der Industrie und Handelskammern hochgeladen werden.

 

dsUnser Ansprechpartner zum Thema Prüfungen nach Verpackungsverordnung / duales System

Dr. Frank Scheuß
Wirtschaftsprüfer
Tel: +49 5241 9877-0 mail: hecker@stbwp.com